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In 6 Schritten zur Compliance-Risikoanalyse

by Helke Drenckhan
Oct 16, 2025

 

«Zum Erfolg gehört vor allem, Risiken zu vermeiden.» verkĂŒndete Warren Buffett und ist gut damit gefahren. Und ein grosses StĂŒck trĂ€gt Compliance dazu bei. Es geht darum rechtliche Risiken im Unternehmen zu vermeiden. Der erste Schritt dahin ist herauszufinden, wo diese Risiken im AlltagsgeschĂ€ft stecken und wie sie aussehen. Das ist die Risikoanalyse und hier erfĂ€hrst du, wie du sie startest.

 

Was ist die Compliance-Risikoanalyse?

Was ist das eigentlich? Und warum ist das so wichtig? Wenn du mich fragst, geht es bei der Risikoanalyse darum herauszufinden, wo im AlltagsgeschÀft welche rechtlichen Risiken stecken. Du kannst sie nur reduzieren, wenn du weisst was es ist und bei wem es ist.

Wie man das macht? Ich sehe es als systematisches Fragen und Zuhören. Es ist eine Umfrage beim Business nach den rechtlichen Risiken. Die Risken und die Personen, die diese verursachen muss der Compliance Manager finden, um die richtigen Massnahmen am richtigen Ort einsetzen zu können. Diese «BedĂŒrfnisanalyse» muss ausgewertet und dokumentiert werden.

Dokumentieren solltest du auch die Methode als solche, damit nachvollziehbar ist, wie du zu den Ergebnissen gekommen bist und damit du es ĂŒber die Jahre wiederholen, verfeinern und verbessern kannst.

 

Schritt 1: Erstelle einen Risikokatalog

Es geht ja darum, den richtigen Personen, die richtigen Fragen zu stellen. DafĂŒr benötigst du einen Fragenkatalog, den Risikokatalog. Was einfach klingt, ist oft ein langer Lernprozess. Denn je mehr du weisst, desto besser kannst du fragen. Aber das braucht am Anfang etwas Zeit.

Als Compliance Manager kennst du die Gesetze und internen Regeln. Du kannst abschĂ€tzen, welche Regelverstösse sich wie schwer auswirken wĂŒrden und welche Nachteile fĂŒr das Unternehmen, die GeschĂ€ftsleitung oder einzelne Mitarbeitende entstehen könnten. Was du am Anfang aber nicht weisst ist, welche Personen im Unternehmen in ihrem GeschĂ€ftsalltag gegen welche Regeln verstossen könnten und warum. Wo lauern die Gefahren in dem konkreten GeschĂ€ftsmodell? Um das zu erfahren, musst du das Business kennen lernen und fragen.

Solche rechtlichen Fragen verstĂ€ndlich zu stellen ist eine Herausforderung und verlangt von dem Compliance Officer ein tiefgehendes VerstĂ€ndnis von der tĂ€glichen Arbeit der Mitarbeitenden. Korruption beispielsweise kann vielfĂ€ltige Erscheinungsformen annehmen. Damit Mitarbeitende erkennen, ob ein Risiko in ihrem Alltag eine Rolle spielt, mĂŒssen diese auf ihren spezifischen Arbeitsalltag zugeschnitten oder mit Beispielen beschrieben werden. Das ist das eine und wenn das Unternehmen komplex und in verschiedenen Bereichen oder LĂ€ndern tĂ€tig ist, dann kannst du auch nicht mehr mit allen ĂŒber alles reden.  Deshalb braucht es einen Plan. Und dieser ist, wenn du auf der grĂŒnen Wiese startest, nicht ganz einfach. Die gute Nachricht aber ist, er wird mit jeder Runde besser.

Der Risikokatalog ist also das Drehbuch fĂŒr deine schriftliche Fragebögen oder GesprĂ€che mit dem Business . Und bereits diese Risikoanalyse als solches ist risikobasiert. Wie kommt man nun zu einem guten Drehbuch?

 

Risikobasiert fragen

Zeit und Ressourcen fĂŒr Compliance sind im Unternehmen begrenzt. DemgegenĂŒber steht eine nahezu unĂŒberschaubare Liste an rechtlichen Pflichten. Das können nationale, internationale, externe und interne Regeln sein. Nicht allen Risiken kannst du mit der gleichen IntensitĂ€t begegnen. Denjenigen Mitarbeitenden mit den grössten Risiken musst du zuerst und mit der grössten UnterstĂŒtzung zur Seite stehen. Da hilft die Risikoanalyse, um die AktivitĂ€ten zu priorisieren und die richtigen Compliance-Massnahmen fĂŒr die richtigen Personen zu gestalten. Deshalb verlangen alle Standards, dass die Compliance-Massnahmen gezielt, d.h. risikobasiert eingesetzt werden.

 

Von «perfekt» befreien

Es gibt nicht den perfekten Start! Überhaupt starten ist wichtiger als es perfekt zu machen. Starten und dann nach und nach verbessern, das ist das Ziel. Eine gute Vorbereitung hilft am Anfang viel,  aber erst mit der Zeit werden die Fragen immer gezielter und besser. 

 

Umfang eingrenzen

Die Zahl an rechtlichen Risiken erscheint endlos. Wo anfangen? Du musst dich auf das Wesentliche beschrĂ€nken. Du gehst vom Groben ins Feine. Eingrenzen kann man inhaltlich, organisatorisch oder auch zeitlich. Das ist aus zwei GrĂŒnden wichtig, einerseits, weil du nicht alles auf einmal abfragen kannst und andererseits, weil das Ziel ist, die entdeckten Risiken anschliessend zu minimieren. Du musst die aufgekommenen Themen auch abarbeiten können. Deshalb kann es wichtig sein gerade soviel umzugraben, das auch bepflanzt werden kann und in der nĂ€chsten Runde wird das Feld vergrössert.

Eingrenzen lĂ€sst sich die Risikoanalyse auf verschiedene Arten: Zum einen mĂŒssen die wichtigsten Themen zuerst adressiert werden. Das ist der inhaltliche Umfang. Zum anderen mĂŒssen diejenigen organisatorischen Einheiten, beispielsweise Divisionen oder Tochtergesellschaften, mit besonders hohen Risiken zuerst erfasst werden. Das ist der organisatorische Umfang. Oder die Themen können zeitlich gestaffelt abgearbeitet werden. 

Inhaltlich

In einer ersten Runde gehst du die dinglichsten Risiken zuerst an.

Starte mit einer Liste an gesetzlichen Themen. Schon diese kann gefĂŒhlt endlos sein und deshalb musst du PrioritĂ€ten setzen. Die möglichen Regelverstösse mit den grössten, oft existenzgefĂ€hrdenden Risiken sind die wichtigsten. Starte mit einer Liste an Compliance-Themenbereichen, wie beispielsweise Korruption, Wettbewerbsrecht, Exportkontrolle, Datenschutz, Arbeitsrecht, Fraud etc. Bei vielen Unternehmen sind das zwischen 5 und 10 Themenbereiche, um die sich Compliance intensiv kĂŒmmert. Diese Themen stellst du dem GeschĂ€ftsmodell des Unternehmens gegenĂŒber. Überlege, welche Compliance-Risiken bei der Art der getĂ€tigten GeschĂ€fte an welchen Orten besonders stark auftreten könnten. Was könnte im schlimmsten Fall passieren? Eine Bank hat andere Risiken als ein Autozulieferer. Der Blick geht also immer zwischen den bindenden Regeln und dem konkreten GeschĂ€ftsmodell des Unternehmens hin und her.

Hier können BranchenverbĂ€nde oder Studien helfen, die Listen mit typischen Risiken in bestimmten Bereichen bereithalten. Oder du wirfst einen Blick auf den Verhaltenskodex von Konkurrenten. Welche Themen haben andere Unternehmen adressiert?  So kommst du zu einer Liste mit Compliance-Themenbereichen.

Auch hier gibt es keine Garantie, dass du alles gesehen hast. Vielleicht musst du dich mit wenig Ressourcen sogar bewusst zuerst auf einige wichtige Themen beschrĂ€nken und weitere im nĂ€chsten Jahr aufnehmen. Da hilft es auch zu schauen, welche Compliance-Themenbereiche bereits durch andere Abteilungen im Unternehmen abgedeckt werden. Plane, welche Themen sofort aufgearbeitet werden mĂŒssen und welche auf das nĂ€chste Jahr verschoben werden können.

 

Organisatorisch

Dann entscheidest du, wie weit die Umfrage im Unternehmen in einem ersten Schritt reichen soll. Sind die Ressourcen begrenzt, musst du dich in einem Konzern beispielsweise auf bestimmte Divisionen oder Tochtergesellschaften in ausgewÀhlten LÀndern beschrÀnken. Entscheidend ist, wie exponiert diese Bereiche sind. Ein hohes Risiko muss zuerst angegangen werden. Die Risikoanalyse kann dann im Folgejahr erweitert werden.

 

Zeitlich

Denkbar wĂ€re auch, die RisikogesprĂ€che zu staffeln und in jedem Jahr eine bestimmte Anzahl an Tochtergesellschaften zu erfassen. Wichtig ist, dass diese Auswahl nicht willkĂŒrlich, sondern risikobasiert erfolgt. Dokumentiere deine Überlegungen. Damit erhĂ€ltst du eine Liste mit den wesentlichen Compliance-Themenbereichen und den organisatorischen Einheiten, die befragt werden sollen. Doch wie werden aus diesen Themen konkrete Fragen?

 

Nun hast du den Scope der Risikoanalyse erfasst und die Themen sind aufgelistet.

 

Szenarien machen es konkreter und verstÀndlicher

Jetzt geht es darum, die Compliance-Themen weiter zu konkretisieren. Denn wenn dein Drehbuch bisher «Korruption» enthĂ€lt und du nun das Business fragst, ob Korruption in ihrem GeschĂ€ftsalltag tatsĂ€chlich ein Risiko ist, könnte die Antwort «Nein» sein. Es ist zu wenig konkret. Wie wĂŒrde Korruption in meinem Alltag denn aussehen? Genaue Fragen sind notwendig, die vielleicht sind: «Wenn ihr mit AmtstrĂ€gern verhandelt oder eine Genehmigung braucht, wird dann nach besonderen GebĂŒhren gefragt?» «Werden neue AuftrĂ€ge durch Berater oder andere Mittler akquiriert?» Diese Beispiele werden auch Szenarien genannt. Der Risikokatalog sollte mit solchen Szenarien angereichert werden. DafĂŒr geht der Blick wieder zwischen den rechtlichen Pflichten und dem GeschĂ€ftsalltag hin und her. Teile das Unternehmen in kleinere Einheiten, beispielsweise Regionen, GeschĂ€ftsbereiche, Produktlinien etc. Versuche dir den Alltag in diesem Business vorzustellen und was das rechtlich bedeutet. Welche Fallstricke lauern dort? Vielleicht lĂ€sst sich mehr in OrganisationshandbĂŒchern oder GeschĂ€ftsberichten herausfinden. Eventuell musst du  aber auch erst erfragen, wie der  GeschĂ€ftsalltag in einer bestimmten Einheit aussieht.

Diese Szenarien ergeben dann deine heatmap und verfeinern die Themen.

 

Daten nutzen

Um weitere Risiken zu erkennen oder zu sehen, wie sich existierende Risiken verĂ€ndern, solltest du zusĂ€tzliche Informationsquellen nutzen. Damit kannst du dem Business noch besser auf den Zahn fĂŒhlen oder neue Herausforderungen ansprechen. Du siehst dunkle Wolken schneller heraufziehen und das kann echten Nutzen stiften. Solche Quellen fĂŒr Informationen kannst du unternehmsintern oder -extern finden. Beispiele fĂŒr interne Quellen:

  • GeschĂ€ftsberichte
  • OrganisationshandbĂŒcher
  • Strategiepapiere
  • Interne Meldungen
  • Interne Anfragen
  • Erkenntnisse aus internen Untersuchungen
  • Erkenntnisse des internen Audits
  • Berichte des Risikomanagements

 

Beispiele fĂŒr externe Quellen:

  • VerĂ€nderungen am Markt
  • Statistiken behördlicher Untersuchungen
  • Gerichtsentscheidungen
  • FĂ€lle bei Konkurrenten oder anderen Unternehmen
  • Korruptionsindex

 

Überlege, welche Information sich wie im Business auswirken könnte. Beispielsweise kann ein starker Preisdruck in bestimmten MĂ€rkten dazu fĂŒhren, dass die VerkĂ€ufer eher zu Preisabsprachen neigen. Ein neuer Konkurrent in solchen MĂ€rkten kann existierende Kartelle auffliegen lassen. Dokumentiere, welche Quellen ausgewertet wurden. Und auch hier gilt wieder klein anfangen und stetig verbessern.

Brutto- oder Nettorisiko

Die Risikokataloge fĂŒr verschiedene Funktionen oder GeschĂ€ftsbereiche sind nun mit Szenarien angereichert. Das ist das Drehbuch fĂŒr die Risikoanalyse. Das so ermittelte Risiko ist das Bruttorisiko. Das ist das existierende Risiko, bevor irgendwelche Massnahmen zur Reduktion zum Einsatz kommen. 

Du solltest aber auch nach bereits existierenden Compliance-Massnahmen fragen: Gibt es einen Code of Coduct?  Gibt es eine Richtlinie oder Schulungen und so weiter? Diese Massnahmen reduzieren das Risiko und fĂŒhren dann zum Nettorisiko.

 

 

Schritt 2: Die Risiko-Eigner finden

Jetzt weisst du, nach welchen Risiken du suchen möchtest und musst nun bestimmen, bei wem du suchst. Welche Personen können diese Risiken verursachen? Suche zuerst nach den Funktionen. Bestimmte Jobs sind aus Compliance-Sicht risikobehafteter als andere. FĂŒr das Wettbewerbsrecht könnten es beispielsweise die VerkĂ€ufer sein. Kickback Zahlungen sind ein Risiko des Einkaufs etc.. Organigramme der jeweiligen Einheit können weiterhelfen, die konkreten Personen zu finden. Wenn du nun feststellst, dass es zu viele Personen sind und eine solche Anzahl an GesprĂ€chen nicht zu bewĂ€ltigen ist, ist ein Plan gefragt. Wie wĂ€re es, die GesprĂ€che zu staffeln und beispielsweise festzulegen: In diesem Jahr spreche ich mit dem Einkauf und im nĂ€chsten Jahr mit dem Verkauf? Oder genĂŒgt ein mittelbares GesprĂ€ch? Ich befrage den CEO, beispielsweise der Tochtergesellschaft und er beschafft sich die Informationen seinerseits? Oder ich spreche mit einer ĂŒbergeordneten Leitungsebene, diese wissen, wie das GeschĂ€ft lĂ€uft. Oder du verschickst eine Umfrage an bestimmte Funktionen. Dann wĂ€hlst du diejenigen, bei denen mehr „red flags“ aufleuchten aus fĂŒr ein vertieftes GesprĂ€ch.

Bei allen Überlegungen nicht vergessen, die Methodik und Vorgehensweise zu dokumentieren. Halte fest, warum du welchen Ansatz gewĂ€hlt hast. Daraus kannst du SchlĂŒsse fĂŒr die nĂ€chste Runde ziehen. Was hat funktioniert und was nicht?

 

Schritt 3: Die Umfrage durchfĂŒhren

Die Umfragen können auf verschiedene Arten erfolgen und mĂŒssen ausgewertet werden.

 

Selbst- oder Fremdassessment

Die Compliance-Risiken kannst du in workshops oder in Interviews durchfĂŒhren und bewertet. Dann spricht man von einem Fremdassessment. Du fĂŒhrst es durch und bewertest das Risiko gemeinsam mit dem Business.

Du kannst die Beantwortung der Fragen aber auch der jeweiligen organisatorischen Einheit selbst ĂŒberlassen. Dann ist es ein Selbstassessment. Du verschickst die Fragbögen, die vom Business beantwortet werden sollen. Sie schĂ€tzen die Höhe und Wahrscheinlichkeit des Risikos in der Umfrage selbst ein. Auf diesem Weg erhĂ€ltst du rasch viele Informationen. Es ist aber weniger sicher, ob die Fragen wirklich auch immer verstanden wurden. Sie bekommen mit einer Online-Umfrage auch kein GefĂŒhl fĂŒr Ihre «Kunden» und deren GeschĂ€ftsalltag

Oft werden workshops und Interviews durchgefĂŒhrt, um Themen erklĂ€ren zu können. Nicht alle juristischen Untiefen sind fĂŒr den Laien verstĂ€ndlich und manchmal sieht der Alltag eines Mitarbeitenden anders aus als das, was sich der Jurist bei der Vorbereitung vorgestellt hat. Manchmal tauchen in der Diskussion auch Themen auf, an die du im Vorfeld nicht gedacht hast. Diese GesprĂ€che sind deshalb sehr wertvoll, aber fĂŒr beide Seiten zeitintensiv. Etwas Zeit kann gespart werden, wenn du dem Business vorab einen Fragebogen zur Vorbereitung schickst. GesprĂ€che haben ausserdem den erheblichen Vorteil, dass das Business fĂŒr rechtliche Risiken sensibilisiert wird und die Ansprechpersonen kennenlernt. Das sind zugleich dann auch noch Trainingseinheiten. 

Die verschiedenen Wege lassen sich aber auch geschickt kombinieren. Lege risikobasiert fest, welche Bereiche oder LĂ€nder du persönlich besuchen möchtest und welche einen Fragebogen erhalten. Im darauffolgenden Jahr könntest du dann diejenigen Einheiten besuchen, die im vergangenen Jahr „nur“ einen Fragebogen erhalten haben.

 

Tool

Die Ergebnisse mĂŒssen festgehalten und ausgewertet werden. DafĂŒr eignet sich eine einfache Exceltabelle oder auch ein Worddokument. Geht es darum, dass spĂ€ter auch die Umsetzung von Massnahmen ĂŒberwacht werden soll oder verschiedene Mitarbeitenden darin arbeiten mĂŒssen, gibt es auch spezielle Anbieter. Vielleicht nutzen andere Einheiten im Unternehmen bereits ein entsprechendes toll, das sich auch fĂŒr Compliance eignen wĂŒrde.

 

Schritt 4: Die Antworten auswerten

Wichtig ist die Auswertung, denn die Risikoanalyse dient als Grundlage fĂŒr entsprechende riskominimierende Massnahmen. Ausserdem ist sie Grundlage fĂŒr einen Bericht an den Verwaltungsrat oder die GeschĂ€ftsleitung, denn diese tragen einen Teil der Verantwortung fĂŒr Compliance und mĂŒssen informiert sein. Ausserdem sprechen sie das Budget und die Ressourcen und mĂŒssen deshalb wissen, was wo benötigt wird. Schon zu Beginn der Risikoanalyse empfiehlt es sich deshalb zu ĂŒberlegen, wie  du die Daten auswerten möchtest.

Die Art der Auswertung ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Manchmal sind es Risikopunkte auf einer Skala, Ampeln oder Felder in einer Matrix. HĂ€ufig wird von Compliance auch dieselbe Matrix mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe genutzt, die auch das Risikomanagement verwendet. Diese hat den Vorteil, dass die Risiken alle in einer Übersicht abgebildet werden können. Ausserdem sind die GeschĂ€ftsleitung oder der Verwaltungsrat mit dieser Bewertung vertraut und eine einheitliche Art der Bewertung macht die verschiedenen Risiken im Unternehmen vergleichbar. Dann mĂŒssen Sie nicht erklĂ€ren, welche Kategorie welche Bedeutung hat. Überlegen Sie, was fĂŒr Sie und die Unternehmensleitung praktikabel und erfolgsversprechend ist.

 

 

Schritt 5: Alles dokumentieren

Und nun zum Schluss das Dokumentieren nicht vergessen. Notiere alle Schritte und Überlegungen, die du gemacht hast. Das hilft dir und anderen nachzuvollziehen, warum welche Entscheidungen getroffen wurden. Ausserdem kannst du  bewusster reflektieren, was im Nachhinein gut und was weniger gut gelungen ist. Dann gehst du ĂŒber die BĂŒcher und verbesserst die Risikoanalyse fĂŒr die nĂ€chste Runde.

 

Schritt 6: Der passende Zeitpunkt

Vielleicht fragst du dich noch, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Risikoanalyse durchzufĂŒhren. Diesen Zeitpunkt gibt es ja bekanntlich nie. Dem Business kommst du aber sehr entgegen, wenn du die Analyse mit anderen Funktionen im Unternehmen abstimmst und vielleicht organisatorisch zusammenlegst. Gerade das Risikomanagement kommt mit einem Ă€hnlichen Ansatz und viele andere Abteilungen, beispielsweise HR oder QualitĂ€t & Sicherheit fĂŒhren ebenfalls Workshops, Umfragen und Interviews durch. Hier empfiehlt es sich, diese zu koordinieren, damit die Belastung fĂŒr das Business nicht zu gross wird. 

Zudem musst du entscheiden, wie hĂ€ufig wer befragt wird. Ist es jĂ€hrlich oder alle zwei Jahre oder wechseln die Themen ab? Die Entscheidung hĂ€ngt sehr von der Grösse des Unternehmens, der Art der Risiken und natĂŒrlich auch von deinen Ressourcen ab. 

Nun wĂŒnsche ich dir viel Erfolg bei der Risikoanalyse! Und hier findest du noch eine Infografik als Überblick.  

 

Dein Überblick

 

 

 

 

 

 

 

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